Gewalt

Grenzkonflikt im Gelben Meer ist eskaliert

Südkoreas Küstenwache tötet chinesischen Fischer

Bei einem Grenzschutzeinsatz der südkoreanischen Küstenwache im Gelben Meer ist ein chinesischer Fischer ums Leben gekommen. Laut Angaben der Südkoreaner soll sich das chinesische Fischerboot in südkoreanischen Hoheitsgewässern befunden haben. Der Vorfall ereignete sich inmitten der angespannten Lage zwischen China und seinen Nachbarn im Streit um Öl- und Gasvorkommen in dieser Seeregion.

In der Vergangenheit war es in diesem Zusammenhang wiederholt zu Zusammenstößen von chinesischen Fischern mit Ordnungskräften der Anrainerstaaten, zum Beispiel auch Vietnam und Japan, gekommen. Das Gelbe Meer ist ein sowohl von der Volksrepublik China als auch der Koreanischen Halbinsel umgebenes Meer im Pazifik. Chinas Großmachtansprüche in der Region führen in letzter Zeit immer wieder zu Reibereien.

Der jüngste Zwischenfall ereignete sich laut südkoreanischer Küstenwache am Dienstagnachmittag im Südwesten des Gelben Meeres. Dabei soll einer von 30 Fischern des chinesischen Bootes durch einen Schuss mit einem Gummigeschoss getötet worden sein. Die koreanische Küstenwache beschuldigt die chinesische Schiffsbesatzung des illegalen Fischens in südkoreanischen Gewässern. Das Boot wurde aufgebracht und von der koreanischen Marine abgeschleppt.

„Unglückliches Zusammentreffen“

Südkoreas Außenministerium benachrichtigte die chinesische Bootschaft über den Zwischenfall und versprach, den Vorfall zu klären. Es sei ein „unglückliches Zusammentreffen“ gewesen, das man bedaure, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Die chinesische Botschaft in Südkoreas Hauptstadt Seoul protestierte gegen den Vorfall mit „starkem Missfallen“, wie Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Man erwarte, dass die Vorkommnisse „ernsthaft und gründlich“ aufgeklärt würden, hieß es weiter.

Die südkoreanische Küstenwache ist schon mehrfach in der Vergangenheit gegen chinesische Fischer vorgegangen. Erst im vergangenen Jahr war ein chinesischer Seemann von einem Offizier der südkoreanischen Küstenwache beim Aufbringen seines Schiffes erstochen worden. Und auch schon 2010 kamen zwei chinesische Seeleute ums Leben, als ihr Boot von einem Schiff der südkoreanischen Küstenwache gerammt worden war und daraufhin unterging.

Auch der Inselkrieg zwischen Japan und China eskaliert: In der Nähe mehrerer japanischer Inseln sind chinesische Kriegsschiffe gesichtet worden. „Ein japanisches Flugzeug hat sieben chinesische Marineschiffe in den Gewässern 49 Kilometer südsüdöstlich der Insel Yonaguni um 7 Uhr (Ortszeit, 00.00 Uhr MESZ) entdeckt“, sagte ein Sprecher des japanischen Verteidigungsministeriums. Bei den Schiffen handelte es sich nach Angaben aus Tokio um einen Zerstörer, einen Raketenzerstörer, zwei Fregatten, zwei Hilfsschiffe für U-Boote sowie ein Versorgungsschiff. Sie seien auf dem Weg in Richtung Ostchinesisches Meer. Dort befinden sich die Senkaku/Diaoyu-Inseln – eine unbewohnte Inselgruppe, um deren Besitz China und Japan seit Monaten streiten.