Ausland

Wahl in Venezuela: Chávez oder Neustart mit Capriles

Knapp 19 Millionen Venezolaner entscheiden an diesem Sonntag über den künftigen Kurs ihres Landes.

Der seit fast 14 Jahren amtierende linke Präsident Hugo Chávez strebt eine weitere Amtszeit von sechs Jahren bis 2019 an, um sein Sozialismusmodell in Venezuela zu verankern. Herausgefordert wird er vom 40-jährigen Ex-Gouverneur Henrique Capriles Radonski. Der ist nach Einschätzung von Beobachtern der stärkste Oppositionskandidat, dem sich Chávez bislang in Wahlen stellen musste. Er will den Kurswechsel in Venezuela. Einige Umfragen sagten ein knappes Rennen voraus. Die 13.683 Wahlzentren schließen gegen 18.00 Uhr (Montag 0.30 MESZ) – aber nur, wenn keine Wähler mehr vor den elektronischen Wahlautomaten anstehen. Mit Ergebnissen wird in der Nacht gerechnet.

Sollte der 58-jährige „Comandante Chávez“ wiedergewählt werden und die Amtszeit bis 2019 gesundheitlich durchstehen, wäre er 20 Jahre an der Macht. 2011 wurde bei ihm Krebs diagnostiziert, er unterzog sich Operationen, Chemo- und Strahlentherapien. Im Wahlkampf warnte er, die Opposition wolle die sozialen Programme seine Regierung abschaffen. Seinen Herausforderer bezeichnete er als Handlanger der USA und „Bourgeois“. Capriles setzte auf Tuchfühlung mit den Wählern und absolvierte zahllose Wahlkampfveranstaltungen. Er wirft Chávez Scheitern vor, denn der habe es trotz des Ölreichtums nicht geschafft, die Probleme der Venezolaner zu lösen.