Außenpolitik

Großbritannien liefert Terroristen al-Masri an die USA aus

Der radikale muslimische Prediger Abu Hamsa al-Masri und vier weitere Terrorverdächtige sind nach einem langjährigen Rechtsstreit von Großbritannien an die USA ausgeliefert worden.

Das höchste Zivilgericht hatte am Freitag entschieden, dass die Beschuldigten sofort abgeschoben werden könnten. Damit waren die Rechtsmittel der Beschuldigten erschöpft, und am Freitagabend wurden die Verdächtigen in die USA geflogen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte kürzlich auch schon eine Berufungsklage der Männer abgelehnt. Diese hatten erklärt, ihnen drohe in den USA Folter und unmenschliche Behandlung, die nicht mit der Europäischen Menschenrechtskonvention im Einklang stehe. Die USA werfen al-Masri, der als einer der bekanntesten Extremisten Großbritanniens gilt, vor, 1998 an einer Geiselnahme im Jemen beteiligt gewesen zu sein und zwischen 2000 und 2001 an der Gründung eines Ausbildungslagers für Terroristen im US-Staat Oregon gearbeitet zu haben.

Al-Masri soll in den 90er-Jahren die Londoner Finsbury-Park-Moschee in ein Trainingslager für radikale Islamisten verwandelt haben. Die Moschee soll einst von Zacarias Moussaoui besucht worden sein, der im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11.September verurteilt wurde. Auch der sogenannte „Schuhbomber“ Richard Reid, der 2001 versucht hatte, einen Anschlag auf einen Transatlantikflug zu verüben, soll die Kirche aufgesucht haben.