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Entfernung von der EU

Machtfestigung Die Türkei entfernt sich von der EU. So ächtet sie die EU während der Zeit der zypriotischen Ratspräsidentschaft. Eine These besagt, dass die türkische Führung die EU nicht mehr braucht. Mit Europas Hilfe hat sie innenpolitisch die Macht des Militärs gebrochen und ihre eigene Machtbasis gesichert. Das Land tritt islamischer auf, seit die AKP-Regierung ihre Position festigen konnte. Nun macht sie sich daran, im Bereich des einstigen Osmanischen Reichs – im Nahen Osten und auf dem Balkan – eine Einflusssphäre zu errichten.

Konfrontation Auf die Phase der „Null Probleme“-Politik und vorrangiger EU-Beitrittskandidatur folgte eine Phase der Abwendung von Europa und einer konfrontativen, fast „imperialen“ Außenpolitik.

Vorbild Erdogan schilderte kürzlich seine „Visionen bis 2071“: Darin war von der EU keine Rede, stattdessen von einem Aufbruch der islamischen Welt nach dem Vorbild der Türkei. Allerdings forderte Staatspräsident Gül am folgenden Tag, die Türkei müsse den EU-Beitritt wieder vorantreiben. In den Reihen der Regierungspartei AKP scheint eine tiefe Kluft über den außenpolitischen Kurs zu bestehen.