Nuklearprogramm

Iran will seine Uran-Anreicherung runterschrauben

Der Iran ist nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad bereit, die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent einzustellen, wenn das Land dafür aus dem Ausland entsprechendes Material erhält.

„Auf 20 Prozent angereichertes Uran wird nur (im Reaktor in Teheran) für Medikamente benötigt und hat sonst keinen Nutzen“, sagte er am Dienstag in Teheran. Für den Einsatz zur Stromerzeugung will Teheran demnach weiter Uran niedrig anreichern, also auf drei bis fünf Prozent. Für Atombomben ist solches Material nicht geeignet, dafür ist eine Anreicherung auf 90 Prozent nötig. Westliche Staaten unterstellen dem Iran, Kernwaffen anzustreben.

Ahmadinedschad erklärte, Teheran wolle zurück zum nie umgesetzten Abkommen von 2010 mit Brasilien und der Türkei. Dieses Abkommen sah vor, 1,2 Tonnen niedrig angereicherten Urans aus dem Iran in der Türkei zu lagern, bis auf 20 Prozent angereichertes Uran aus dem Ausland in Teheran eintrifft. Die Internationale Energieagentur hatte zuvor angeboten, dass der Iran sein Uran an Russland und Frankreich liefert, damit es dort angereichert werden kann. Dann hätte der Iran auf eine eigene Anreicherung verzichten können.

Der Iran werde aber trotz der Sanktionen des Westens an seinem Nuklearprogramm für Zwecke der Energiegewinnung festhalten. „Wenn einige glauben, sie könnten den Iran unter Druck setzen, dann täuschen sie sich und sollten ihre Haltung korrigieren“, sagte Ahmadinedschad. Die iranische Währung verlor aufgrund der Sanktionen seit Ende 2011 mehr als 80 Prozent seines Wertes.