US-Wahlkampf

Mitt Romney schließt einen Militärangriff auf den Iran nicht aus

Mitt Romney, der republikanische Herausforderer von US-Präsident Barack Obama versucht, sich als Falke und bedingungsloser Unterstützer von Israel zu profilieren.

Er schließe einen militärischen Angriff auf den Iran wegen des umstrittenen Atomprogramms des Landes nicht aus. „Ich glaube nicht, dass wir letztlich militärisch aktiv werden müssen“, sagte Romney am Freitag nach einem Telefongespräch mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu. Er könne aber „die Option nicht vom Tisch nehmen“. Der Iran müsse wissen, dass ein Angriff „ein mögliches Mittel“ sei.

Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nach Nuklearwaffen zu streben. Israel fürchtet die Aussicht auf einen nuklear bewaffneten Iran besonders und erwägt einen Militärangriff auf iranische Atomanlagen. Teheran droht für den Fall eines Angriffs mit Vergeltung. Netanjahu hatte seine Forderung nach klaren Grenzen für das iranische Atomprogramm bei der UN-Generaldebatte am Donnerstag spektakulär verdeutlicht, indem er mit einem roten Filzstift eine dicke Linie am oberen Ende der Zeichnung einer Bombe zog. „Nichts könnte unsere Zukunft mehr gefährden als ein Iran im Besitz von Atomwaffen“, sagte der israelische Ministerpräsident vor den Delegierten.

Das Vorpreschen Netanjahus hat zu Spannungen zwischen den engen Verbündeten Israel und USA geführt. Das Verhältnis zwischen Obama und Netanjahu gilt als sehr schwierig. Die US-Regierung hatte Medienberichte dementiert, dass Obama eine israelische Anfrage für ein Treffen im Weißen Haus oder am Rande der UN-Generaldebatte abgelehnt habe.

Mitt Romney wirft Präsident Barack Obama im Wahlkampf immer wieder vor, den engen Verbündeten Israel im Stich zu lassen. Zugleich brachte er die Palästinenser gegen sich auf, als er bei einer Israel-Reise im Juli Jerusalem als israelische Hauptstadt bezeichnete. Israel hatte den Ostteil Jerusalems im Jahr 1967 erobert. Wie die meisten Staaten erkennen die USA Jerusalem nicht als israelische Hauptstadt an.