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Gerichtsverfahren sind selten

Bagatellen In Bezug auf Gerichtsverfahren ist der Vatikan eher ein ruhiger Ort. Größere Vorfälle, die auch öffentlich wurden, lassen sich an den Fingern abzählen. In den 80er-Jahren wurden aus der Wohnung eines Kurienkardinals wertvolle Teppiche, Porzellan, Silber sowie ein Bündel Dollarnoten gestohlen. Spekuliert wurde, dass Möbelpacker Einbrechern einen Tipp über die Schätze gaben. Jahre zuvor hatten Techniker Wertsachen des Privatsekretärs von Papst Paul VI. gestohlen. Drei Beschuldigte wurden im Vatikan gefasst und zu milden Strafen verurteilt, der vierte wurde auf italienischem Boden ermittelt, ohne dass man gegen ihn vorging. Der Vatikan wollte wohl Aufsehen vermeiden.

30 Verhandlungen gibt es Durchschnitt pro Jahr hinter den Mauern des Vatikans. Meist geht es um Diebstähle auf dem Petersplatz oder ähnliche Delikte. Für Schlagzeilen sorgte allerdings 1998 eine Bluttat unter Schweizergardisten. Ein Unteroffizier tötete seinen Kommandeur und dessen Frau. Danach brachte er sich um. Die Ermittlungen wurden danach eingestellt.

Kokain 2007 gab es sogar einen Drogenprozess: Bei einem Vatikan-Mitarbeiter war Kokain entdeckt worden. Gegen eine Frau, die sich 2009 bei der Christmette auf Papst Benedikt XVI. gestürzt hatte, wurde kein Urteil gesprochen – sie galt als unzurechnungsfähig. Strenge Gesetze hat der Kirchenstaat gegen Geldwäsche erlassen, nachdem es Kritik am Finanzgebaren der Vatikanbank IOR gegeben hatte.