Zensur

Iran schränkt nach Mohammed-Video Internet-Nutzung ein

Der Iran hat den Zugang zum Mail-Dienst von Google gesperrt. Das sei eine Reaktion auf das Mohammed-Schmähvideo, meldete die Nachrichtenagentur Mehr am Montag.

Die Regierung habe auf Wunsch der iranischen Bürger gehandelt, zitierte Mehr einen Regierungssprecher. Das Video, das über die Google-Tochter YouTube ins Internet gestellt worden war, habe die Menschen verärgert. Der Zugang zur Internet-Plattform YouTube war bereits mehrfach im Iran gesperrt worden.

Der Mail-Dienst von Google ist im Iran weit verbreitet. Millionen von Iranern, darunter auch Regierungsvertreter, sollen ein eigenes E-Mail-Konto bei Google haben. Trotz der Sperre waren einige Angebote von Gmail am Montag zunächst noch zugänglich. Einige Internetanbieter haben die neuen Einschränkungen wohl noch nicht umgesetzt.

Im Iran sind derzeit nach Schätzungen mehr als fünf Millionen Web-Adressen blockiert, darunter auch Facebook. Um dies zu umgehen, setzen die Bürger spezielle Software oder sogenannte Proxy-Server ein, die Datenpakete von beliebigen Adressen weiterreichen, ohne dabei die Herkunft erkennen zu geben. Schätzungen zufolge sollen rund 17 Millionen Iraner ein Facebook-Profil haben.

Als Reaktion auf den Mohammed-Film hat der Iran damit gedroht, die Oscars zu boykottieren. Wenn die Filmakademie in Los Angeles das Video nicht verurteile, werde der Iran möglicherweise nicht an der Preisverleihung teilnehmen.