Ausland

Wahl in Weißrussland: Lukaschenko nennt Opposition „Feiglinge“

Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko hat sich bei der Parlamentswahl am Sonntag über die Opposition lustig gemacht.

„Das sind Feiglinge, die dem Volk nichts zu sagen haben“, sagte Lukaschenko bei seiner Stimmabgabe in Minsk. Die Gegner des Präsidenten haben die Wahl als Farce bezeichnet und zum Boykott aufgerufen. Die Bürger des Landes sollten lieber angeln gehen, Pilze sammeln oder Schach spielen.

„Wenn auch dieses Mal Zweifel an der Wahl des weißrussischen Volkes bestehen, dann weiß ich nicht, welche Standards überhaupt gut genug sind für künftige Wahlen“, sagte Lukaschenko, der von seinem siebenjährigen Sohn begleitet wurde. Ein Orchester sorgte für festliche Atmosphäre. Westliche Wahlbeobachter haben seit 1995 keine Wahl in Weißrussland mehr als frei und fair eingestuft. Dieses Mal hat die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) 330 Wahlbeobachter entsandt. Ihr Urteil wird für Montag erwartet. Deutschen Beobachtern wurde in diesem Jahr die Einreise verweigert. Auf die Frage nach einer Anerkennung der Wahl durch den Westen sagte Lukaschenko: „Wir halten keine Wahlen ab für den Westen.“ Lukaschenko ist seit 1994 an der Macht und regiert die ehemalige Sowjetrepublik mit harter Hand. Er selbst wurde Ende 2010 wiedergewählt. Massenproteste wegen des Vorwurfs der Wahlfälschung beantwortete er mit Gewalt und Festnahmen. Oppositionellen zufolge sind viele Studenten unter der Androhung, ihre subventionierten Unterkünfte zu verlieren, zur Wahl genötigt worden.