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Ukraine: Strafzahlung an Russland wegen Timoschenko ++ Georgien: Aufruhr um Videoaufnahmen missbrauchter Häftlinge ++ Europäische Union: Freiwillige für humanitäre Hilfe gesucht

Strafzahlung an Russland wegen Timoschenko

Die Ukraine muss Russland umgerechnet 300 Millionen Euro zahlen, weil ein von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko geleitetes Unternehmen einst das Geld unterschlagen haben soll. Die Firma habe in den 90er-Jahren dem Verteidigungsministerium in Moskau trotz Vertrages keine Baumaterialien geliefert, entschied ein Gericht in Kiew. Das Urteil gilt als bedeutend für ein zweites Verfahren gegen die inhaftierte Timoschenko, der wegen dieser Vorwürfe zwölf weitere Jahre Straflager drohen. Die Oppositionsführerin sitzt wegen Amtsmissbrauchs schon eine umstrittene siebenjährige Haftstrafe ab, zu der sie wegen eines mit Russland abgeschlossenen Gasvertrags verurteilt wurde.

Aufruhr um Videoaufnahmen missbrauchter Häftlinge

In Georgien haben Videos vom Missbrauch von Häftlingen knapp zwei Wochen vor der Parlamentswahl zu Protesten geführt. Hunderte von Demonstranten blockierten den Verkehr im Zentrum der Hauptstadt Tiflis, nachdem im TV Videos ausgestrahlt wurden, die auch eine Vergewaltigungsszene enthielten. Drei Gefängnisbeamte wurden verhaftet. Die für Gefängnisse zuständige Ministerin Chatuna Kalmachelidse erklärte ihren Rücktritt. Präsident Michail Saakaschwili sagte, alle an den Missbrauchsfällen beteiligten Täter würden bestraft. Georgien wählt am 1. Oktober ein neues Parlament.

Freiwillige für humanitäre Hilfe gesucht

Die EU möchte mehr Freiwillige für humanitäre Hilfe gewinnen. Vor dem Hintergrund weltweit zunehmender Katastrophen solle eine neue Initiative 10.000 interessierten Europäern von 2014 bis 2020 die Möglichkeit zur freiwilligen Arbeit in einem Hilfsprojekt ermöglichen, erklärte die EU-Kommission. Bewerben könnten sich europäische Staatsbürger und Nicht-EU-Bürger mit langfristiger Aufenthaltsgenehmigung; sie müssen älter als 18 Jahre alt sein und werden in internationalen Gruppen geschult.