Religion

Mohammed-Film wird nicht in Berliner Kino gezeigt

Die Stiftung Cinema for Peace hat am Mittwoch ihr Vorhaben aufgegeben, den Mohammed-Schmähfilm in einem Berliner Kino aufzuführen.

Ursprünglich war geplant, Ausschnitte des Videos „Die Unschuld der Muslime“ im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Religionsfeindlichkeit im Film“ zu zeigen. Der in Amerika produzierte Film hatte in der islamischen Welt gewaltsame Proteste ausgelöst.

Per E-Mail hatte die Stiftung am Dienstagabend zu einer Diskussionsveranstaltung über Meinungsfreiheit und Filme, die Rassismus oder religiös begründeten Hass schüren, am 1.Oktober ins Central-Kino nach Mitte eingeladen. Neben dem Video sollten auch Ausschnitte aus dem antisemitischen Nazi-Film „Jud Süß“ zu sehen sein. „Angesichts der kontroversen Diskussionen und Emotionen“ werde Cinema for Peace nun auf Ausschnitte von „Die Unschuld der Muslime“ verzichten. Die Stiftung wolle „weder weitere Reaktionen noch eine weitere Verbreitung dieses Films unterstützen“, teilte Sprecher Volker Thoms am Mittwoch mit.

Vom Kinobetreiber hätte es für die Aufführung des Mohammed-Schmähfilms ohnehin keine Erlaubnis gegeben. Er wusste nach eigenen Angaben nichts von den Plänen von Cinema for Peace, die regelmäßig Themen-Veranstaltungen im Central-Kino organisieren. „Ich bin aus allen Wolken gefallen, wir würden den Film nie zeigen und haben die Veranstaltung sofort vorsorglich storniert, als wir davon erfuhren“, sagte Kinobesitzer Torsten Frehse. Vom Kinobesitzer, der in jedem Fall gefragt werden müsste, hätte es niemals eine Zustimmung gegeben, diesen „islamfeindlichen Film“ zu zeigen.

Dilek Kolat (SPD), Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, bleibt unterdessen bei ihrem Boykottaufruf gegen den Film. Burkard Dregger, der integrationspolitischer Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, verurteilte die islamfeindlichen Provokationen und appellierte an die Bürger, sich mit den deutschen Muslimen gegen die Verbreitung von Hass zusammenzuschließen.