Gipfeltreffen

Ohne kritische Fragen: Chinas Regierungschef verabschiedet sich

China und die EU wollen zum Ende der Amtszeit von Chinas Regierungschef Wen Jiabao die beiderseitigen Beziehungen feiern.

Bei einem Gipfeltreffen in Brüssel muss der aus dem Amt scheidende Wen nach Gesprächen mit EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und Kommissionspräsident José Manuel Barroso an diesem Donnerstag keine Reporterfragen fürchten. China habe Bedingungen gestellt, die keine Pressekonferenz erlaubten, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission. Nur 15 ausgesuchte Reporter aus dem Ausland sollten teilnehmen und insgesamt zwei Fragen stellen dürfen, sagte eine Sprecherin des Verbandes der Auslandspresse. „Das wird kein Gipfel großer Entscheidungen, sondern eher der Festigung des Erreichten“, sagte ein EU-Diplomat vor dem Treffen. Die EU ist der größte Kunde chinesischer Waren, China die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Zu „den wenigen schwierigen Fragen“ gehörten die Menschenrechte und der Streit über Dumpingpreise für chinesische Solarkollektoren, das werde angesprochen. Die EU werde im Streit zwischen China und Japan um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer keine Partei ergreifen, hieß es in Brüssel. Die EU habe aber großes Interesse an Stabilität in der Region. Das werde man deutlich machen. Sie fordere China und Japan auf, den Streit um das rohstoffreiche Seegebiet zu lösen.