Asyl

Westerwelle schließt Aufnahme syrischer Flüchtlinge nicht aus

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) warnt vor einem Zusammenbruch der Grundversorgung in Syrien und mahnt zu schneller Hilfe.

- Die Staatengemeinschaft müsse sofort handeln, sagte er am Dienstag bei der Eröffnung einer internationalen Tagung zum wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes. "Wir müssen alles Mögliche unternehmen, um einen Kollaps der Infrastruktur und der Grundversorgung zu vermeiden." In Gebieten, die unter Rebellenkontrolle sind, könne schon jetzt geholfen werden, sagte er. Die internationale Gemeinschaft müsse sich nun auf schnelle Hilfe für die Zeit nach dem Sturz des Regimes vorbereiten.

In Berlin tagten am Dienstag rund 60 Regierungsdelegationen aus aller Welt mit syrischen Oppositionellen. Sie gehören zur Arbeitsgruppe Wirtschaftlicher Wiederaufbau und Entwicklung. Diese berät über Soforthilfe, die Koordination internationaler Aufbaumittel und Wirtschaftspolitik. Westerwelle mahnte zugleich, die Opposition müsse sich schnell auf eine Übergangsregierung einigen.

Westerwelle ließ zudem erstmals die grundsätzliche Bereitschaft erkennen, Bürgerkriegsflüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. "Ich schließe das nicht aus, aber Priorität hat derzeit die Hilfe vor Ort", sagte er der "Frankfurter Rundschau". Bislang hatte die Regierung die Auffassung vertreten, dass sich die Frage nicht stellt. Insbesondere SPD und Grüne machen sich aber für die Aufnahme von Syrien-Flüchtlingen stark. Westerwelle verwies zudem darauf, dass er seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu Unterstützung bei der Flüchtlingsversorgung angeboten hat. Im August sind mehr Menschen aus Syrien geflohen als in jedem Monat zuvor. 100.000 Menschen waren es laut UN-Angaben.