Denunziation

Plakataktion: UN sollen gegen Bundesregierung intervenieren

Wegen einer als diskriminierend empfundenen Plakatkampagne des Bundesinnenministeriums hat sich die Türkische Gemeinde in Deutschland jetzt an die Vereinten Nationen (UN) und an die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gewandt.

- Nach Angaben des Verbandes vom Montag heißt es in den Schreiben: "Wir sind besorgt, dass durch diese Plakataktion Muslime in der Mehrheitsbevölkerung stigmatisiert, die Denunziation gestärkt und die Vorurteile gegenüber Muslimen verstärkt werden." UN und OECD sollten bei der Bundesregierung intervenieren. Die Plakatkampagne wendet sich gegen die islamistische Radikalisierung Jugendlicher. Die Plakate ähneln Vermisstenanzeigen. Darauf beklagen vermeintliche Verwandte die Veränderungen ihrer Brüder und Söhne ("...haben Angst, ihn ganz zu verlieren - an Terrorgruppen").

Aus Protest hatten bereits in der vergangenen Woche vier muslimische Verbände die bisherige sogenannte Sicherheitspartnerschaft mit dem Bundesinnenministerium gekündigt. Die Plakate stellten Muslime unter Generalverdacht, warfen sie Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) vor.