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SPD engagiert für Wahlkampf Berliner Werbeagentur

Mit "Emotionalisierung und Stärkung der Markenfaszination" entwirft Hubertus von Lobenstein die Werbung für Nutella.

- Die Milchschnitte inszeniert der Chef der Berliner Agentur Aimaq von Lobenstein (AvL) mit "Imagespots und einer integrierten Promotion-Kampagne" als "authentisch und erwachsen". Dank seiner Online-Kampagne, feiert sich von Lobenstein, habe er Heineken Pils als "das Szenebier im deutschen Markt" positioniert. Einem Sieg der SPD bei der Bundestagswahl in gut einem Jahr steht offenbar nichts mehr im Wege - steigt doch Aimaq von Lobenstein in deren Wahlkampagne ein.

Doch der SPD lässt sich nicht ganz so rasch ein neues Image verpassen wie der Milchschnitte - und ihre "Markenfaszination" bewegt sich vorerst unterhalb des Nutella-Niveaus. Die Sozialdemokratie ist unsicher, die Nervosität steigt. Dass nach wie vor unklar ist, wer als Kanzlerkandidat in den Ring steigen soll, darf oder eher muss, macht die Wahlkampfplanung zu einem komplizierten Unterfangen.

Die jüngste Verpflichtung der Agentur Aimaq von Lobenstein, die nach Informationen der Berliner Morgenpost am Freitagabend im Willy-Brandt-Haus vereinbart worden ist, bringt Unsicherheit und Unmut in der SPD auf den Punkt. Die Einbindung von AvL nämlich geschah - ohne jede Ausschreibung - auf Betreiben des Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel. Der ganze Vorgang stellt einen weiteren Rüffel für Generalsekretärin Andrea Nahles dar, die sich zu dem Vorgang auf Anfrage der Berliner Morgenpost nicht äußern wollte.