USA

Pentagon prüft Buch über Bin Ladens Tod auf Geheimnisverrat

Das Buch "No Easy Day" eines pensionierten Navy Seal, der an der Tötung des Top-Terroristen Osama Bin Laden beteiligt war, wird vom US-Verteidigungsministerium auf Geheimnisverrat untersucht.

- Pentagon-Sprecher George Little sagte, das Ministerium klopfe das Manuskript auf ein mögliches Fehlverhalten ab. Das Buch "No Easy Day: The Firsthand Account of the Mission That Killed Osama bin Laden" ("Kein leichter Tag: Ein Bericht aus erster Hand über die Operation, bei der Osama Bin Laden getötet wurde") wird am 11. September 2012 erscheinen - also elf Jahre nach den verheerenden Terroranschlägen.

Osama Bin Laden, Chef der Terrororganisation al-Qaida, war im Mai 2011 von einem Team der Navy Seals, der besten US-Spezialeinheit, in seinem Haus in Abbottabad in Pakistan erschossen worden. Einer der Navy Seals war Matt Bissonnette, 36 Jahre alt, inzwischen pensioniert, der jetzt unter dem Pseudonym Mark Owen mit dem Journalisten Kevin Maurer "No Easy Day" geschrieben hat. Bissonnette hat das Manuskript vor Veröffentlichung nicht dem Pentagon vorgelegt. Damit hat er gegen die Vorschriften des Militärs verstoßen. Der Verlag Dutton, der zur britischen Penguin Group gehört, druckt "No Easy Day" mit einer Startauflage von 400.000 Exemplaren.

Derweil wurde bekannt, dass die US-Soldaten, die versehentlich mehr als 300 Korane verbrannt und auf die Leichen von Taliban-Kämpfern in Afghanistan uriniert hatten, nicht vor Gericht müssen. Die sechs Soldaten und drei Marineinfanteristen würden nicht strafrechtlich angeklagt, erhielten aber Disziplinarstrafen, teilten die US-Streitkräfte mit. Eine Untersuchung habe ergeben, dass fehlende Kommunikation, schlechte Führung und die Entscheidung der Soldaten, "den einfachen Weg statt des richtigen Wegs" zu nehmen, Grund für die Koranverbrennung war, die Anfang des Jahres zu Unruhen in Afghanistan geführt hatte.