Protest

Frauen wollen in Togo durch Sexstreik Präsidenten stürzen

Frauen in Togo wollen durch einen Sexboykott politisch etwas in ihrem Land bewegen - ähnlich wie in Artistophanes' Komödie "Lysistrata" die Griechinnen durch sexuelle Verweigerung ihre Männer erfolgreich zum Frieden gezwungen hatten.

- Die Togolesinnen wollen ihre Männer hingegen dazu bringen, sich für den Rücktritt von Präsident Faure Gnassingbé einzusetzen.

Ein Zusammenschluss von 16 Zivilgesellschaftsgruppen, die sich unter dem Motto "Let's Save Togo" (Lasst uns Togo retten) vereint haben, hat zu dem Bettausstand aufgerufen. Die Frauen sollen von diesem Montag an eine Woche lang nicht mit ihren Männern schlafen. Der Protest richtet sich gegen eine Wahlrechtsreform, die es Gnassingbés Partei leichter machen soll, bei Wahlen im Oktober Parlamentssitze zu gewinnen. "Wir möchten, dass alle Frauen, deren Ehemänner den Präsidenten unterstützen, so lange Sex verweigern, bis ihre Stimmen gehört werden", sagte die 32-jährige Astou Yabi. "Frauen haben nicht viel Macht in Togo, aber jeder weiß, dass Männer für bestimmte Dinge auf uns angewiesen sind. Dies ist eine machtvolle Art, uns Gehör zu verschaffen", fügte sie hinzu.

Vor zwei Jahren hatten Frauengruppen in Kenia zum Sexboykott aufgerufen, um Reformen zu fordern. Und bereits 2003 stiftete die liberianische Aktivistin Leymah Gbowee zur Massenabstinenz an, um einen Bürgerkrieg zu beenden. 2001 wurde sie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

( dpa )