Euro-Krise

Sparzwänge in Europa bringen auch Königshäuser unter Druck

Erst brachte den spanischen König Juan Carlos die hohe Jugendarbeitslosigkeit um den Schlaf, dann brach er zu einer noblen Safari in Botsuana auf.

- Als die Reise publik wurde, war der Aufruhr groß. Zeitungen rechneten vor: Ein solcher Jagdausflug koste das Doppelte des spanischen Durchschnittseinkommens. Der König entschuldigte sich und kürzte freiwillig sein Gehalt.

Was Juan Carlos erlebte, hängt auch mit der Wirtschafts- und Finanzkrise zusammen. Während früher das Märchenleben der Königshäuser - die Paläste, die Mode und nicht zuletzt die Liebeleien - viele faszinierte, scheinen solche Extravaganzen heute fehl am Platz. Politiker, Presse und Normalbürger fragen sich, warum Steuerzahler königliche Rechnungen in Millionenhöhe begleichen sollen, wenn gleichzeitig der Großteil der Gesellschaft unter Einschnitten bei Löhnen, der Rente und in den Sozialsystemen leidet.

In Belgien geriet König Albert II. dieses Jahr in die Bredouille, als sein offizielles Budget um drei Prozent erhöht wurde. Schnell versicherte er, einige Kosten selbst zu tragen und so für sein Land über die kommenden zwei Jahre knapp eine halbe Million Euro einzusparen.

Die niederländische Königin Beatrix I. sah sich in der Kritik, weil die Unterhaltskosten für ihre Yacht vom Verteidigungsministerium getragen wurden. Jetzt zahlt Beatrix selbst.

Sogar Queen Elizabeth II., die im Juni ihr diamantenes Thronjubiläum vor einer Million Briten zelebrierte, war nicht immun gegen den Druck. Sie fror die Gehälter für das Personal ein, verschob Arbeiten an königlichen Residenzen und schuf den Rund-um-die-Uhr-Personenschutz für ihre Enkelinnen, die Prinzessinnen Beatrice und Eugenie, ab.

Juan Carlos verdient jährlich rund 272.000 Euro, sein Sohn, Kronprinz Felipe, 131.000 Euro. Zum Vergleich: US-Präsident Barack Obamas Jahresgehalt beträgt 400.000 Dollar (318.776 Euro), das von Bundespräsident Joachim Gauck derzeit 199.000 Euro. Spaniens Monarchie sei die preiswerteste in Westeuropa, sagt Herman Matthijs, Professor an den Universitäten Gent und Brüssel. Er stellt jährlich eine Studie zusammen über die Kosten der europäischen Staatsoberhäupter. Im Vergleich dazu kostete die niederländische Königsfamilie ihr Land nach Angaben von 2011 rund 38,6 Millionen Euro. Die Sparmaßnahmen in Großbritannien hätten die Jahreskosten der dortigen Monarchie auf etwa 37,4 Millionen Euro gedrückt. In Deutschland betragen die jährlichen Kosten für Bundespräsident und Präsidialamt offiziell übrigens etwa 30 Millionen Euro.