Justiz

Russland-Koordinator befürchtet maßloses Urteil gegen Pussy Riot

Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Urteil im Prozess gegen die Musikerinnen der russischen Punkband Pussy Riot hat der deutsche Russland-Koordinator Andreas Schockenhoff Regierung und Justiz in Moskau scharf kritisiert.

- "Ich befürchte, dass das Urteil maßlos sein wird", sagte der CDU-Politiker. "Hier soll ein Exempel statuiert werden, um Kritik am Regime im Keim zu ersticken." Schon die Umstände und die Dauer der Untersuchungshaft seit März seien in keiner Weise angemessen und entsprächen nicht den rechtsstaatlichen Standards. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin warf Schockenhoff vor, kritische Bürger als Bedrohung des Staats zu sehen.

Pussy Riot zeigten sich siegessicher. "Ganz egal, wie das Urteil lautet: Wir und ihr gewinnen sowieso", schrieb Nadeschda Tolokonnikowa (22) am Donnerstag nach Angaben ihres Anwalts Mark Fejgin aus der Untersuchungshaft an ihre Unterstützer. "Wir und ihr gestalten derzeit eine große und wichtige politische Bewegung, und Putins System fällt es immer schwerer, damit umgehen."

Ex-Beatle Paul McCartney (70) versicherte der Punkband in einem Brief seine Unterstützung. "Ich will, dass ihr wisst: Ich hoffe sehr, dass die russischen Behörden das Prinzip der Redefreiheit für alle ihre Bürger respektieren und nicht glauben, euch für euren Protest bestrafen zu müssen", hieß es in dem Schreiben, das auf McCartneys Internetseite veröffentlicht wurde. Das Urteil im Fall Pussy Riot fällt an diesem Freitag.