RWE

Braunkohle statt Wind

RWE bringt in in der Nähe von Köln ein großes Kraftwerk ans Netz

- Deutschland steht kurz vor der Energiewende, alle reden von Wind- und Solarenergie - doch der Stromriese RWE setzt auf Braunkohle. Begleitet von Protesten mehrerer Umweltschutzgruppen eröffnete RWE am Mittwoch in Grevenbroich-Neurath bei Köln das nach Unternehmensangaben modernste Braunkohlekraftwerk der Welt. Die Doppelblock-Anlage mit einer Gesamtleistung von 2200 Megawatt weist einen Wirkungsgrad von 43 Prozent auf, wie RWE mitteilte.

Im Vergleich zu alten Anlagen reduziert das neue Kraftwerk demnach bei gleicher Stromproduktion den Kohlendioxid-Ausstoß jährlich um sechs Millionen Tonnen. "RWE treibt die Energiewende voran", unterstrich Unternehmenschef Peter Terium bei der Inbetriebnahme in Anwesenheit von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU).

Dagegen kritisierte der Greenpeace-Kohleexperte Gerald Neubauer, Braunkohle sei der klimaschädlichste Energieträger. "Deswegen sind die beiden Blöcke in Neurath ein Desaster für den Klimaschutz und ein Rückschlag für die Energiewende." Allein diese beiden Blöcke würden 17 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ausstoßen. "Damit zählt Neurath zu den größten CO2-Schleudern Europas."

Unterdessen drohen den Stromverbrauchern wegen der Haftungsregelungen für Windkraftanlagen auf See (Offshore) weitere Belastungen. Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte den Tenor eines entsprechenden Berichtes der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Bericht bezieht sich auf den Entwurf einer Verordnung des Ministeriums, der nach Angaben des Ressorts von Minister Philipp Rösler inzwischen ausgearbeitet ist. Das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium hatten sich kürzlich auf einen Kompromiss zur Haftung für Probleme bei der Netzanbindung von Windkraftanlagen auf See und deren Betrieb geeinigt.

Dabei wird die Haftung in einem abgestuften Verfahren zwischen den Betreibern von Netzen und Windkraftanlagen aufgeteilt, wobei dieses Risiko aber über eine Umlage weitgehend auf den Verbraucher abgewälzt werden kann. Von dem Kompromiss in der Haftungsfrage, der von den betreffenden Bundesländern positiv aufgenommen wurde, verspricht sich Rösler, dass bislang blockierte Investitionen in Milliardenhöhe in die Offshore-Infrastruktur nun in Gang kommen.

Die Netzbetreiber selbst müssten nur für Schäden zahlen, wenn sie die Probleme vorsätzlich verursacht hätten. Selbst bei grober Fahrlässigkeit müssten sie nur 20 Prozent des Schadens selbst tragen, den Rest aber auf die Verbraucher abwälzen.