Bodenluftgeschütz

Syriens Rebellen verfügen über Stinger-Raketen

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Bodenluftgeschütz einsetzbar gegen Kampfflugzeuge

- Seit die Rebellen am 20. Juli Teile von Aleppo befreiten, begann die Regierung den Einsatz seiner Kampfflugzeuge landesweit zu intensivieren. Mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung, aber auch für die Freie Syrische Armee (FSA). In Aleppo mussten die Rebellen den strategisch und für die Revolution symbolisch so wichtigen Stadtteil Salaheddine räumen. Die FSA steht den Luftangriffen bisher hilflos gegenüber. Sollte sich am militärischen Ungleichgewicht nichts ändern, droht die Rückeroberung Aleppos durch die Regierungstruppen von Präsident Bashar al-Assad. Dies würde den seit mittlerweile 18 Monate andauernden Bürgerkrieg auf unbestimmte Zeit verlängern.

"Wir brauchen nicht mehr Kämpfer, sondern moderne Waffen", klagte Abu Ali, ein bekannter Bataillonskommandant in Salaheddine. "Nur so gewinnen wir den Krieg in Aleppo und in ganz Syrien", sagte der 25-Jährige, der zur Heldenfigur avancierte. Trotz einer Beinverletzung und auf Krücken, dirigiert er seine Kämpfer an der Front. Auf der Wunschliste der FSA stehen Panzerabwehrraketen, vor allen Dingen jedoch effiziente Waffen gegen Flugzeuge und Helikopter.

Geld für Waffen aus Katar

Mit dem Beginn der "Mutter aller Schlachten in Aleppo" mehrten sich die Spekulationen über die Lieferung moderner Waffensysteme. Und nun scheint sich tatsächlich etwas getan zu haben.. "Seit langer Zeit arbeiten wir hart daran, das Nötige aus dem Ausland zu bekommen", sagt Mahmoud Sheik-Elzour, einer der einflussreichsten Kräfte innerhalb der FSA. "Und nun ist es soweit. Panzerabwehrwaffen und vor allen Dingen Stinger liegen in der Türkei für uns bereit."

FIM-92 Stinger sind tragbare, infrarot gesteuerte Bodenluftraketen, die von der Schulter abgeschossen werden. Sie finden ihr Ziel automatisch über die Hitzeentwicklung des Objekts. Eine beliebte Waffe auch bei Terroristen, da sie neben Kampfflugzeugen oder Hubschraubern, auch Passagiermaschinen vom Himmel holt. Woher die Stinger kommen, will Sheik-Elzour, der im April in sein Heimatland zurückkehrte, nicht sagen. "Sie sind da, wurden bezahlt und Katar hat damit zu tun", sagt er geheimnisvoll. Viel mehr braucht der FSA-Mann nicht zu sagen. Die Türkei hat zusammen mit Saudi-Arabien und Katar eine Kommandozentrale in Adana eingerichtet, um die FSA zu unterstützen. Die Türkei produziert unter US-Lizenz in Stinger. Offiziell braucht es das Plazet aus Washington, um sie an Dritte abzugeben. Die Türkei soll im Besitz von insgesamt 850 Stück dieser begehrten Waffe sein.

Die türkische Armee hat unterdessen ein neues Militärmanöver an der Grenze zu Syrien abgehalten. Dabei waren am Dienstag nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu in der südtürkischen Provinz Kilis auch Panzer, gepanzerte Truppentransporter und Raketenwerfer im Einsatz.

( ps )