Bundespräsident

Stadt Rostock ehrt Joachim Gauck mit Ehrenbürgerschaft

Bundespräsident Joachim Gauck ist Ehrenbürger seiner Heimatstadt Rostock.

- In einer bewegenden Zeremonie erhielt der 72-Jährige am Donnerstag vor etwa 800 Gästen in der Marienkirche die Ehrenurkunde, anschließend trug er sich in das riesige, in Leder und Leinen gebundene Ehrenbuch der Stadt ein.

In seiner Dankesrede wandte sich Gauck an Weggefährten, Freunde und Einwohner: "Indem ich geehrt werde, werden auch sie mitgeehrt. Ich könnte hier nicht stehen ohne sie." Seine tiefe Rührung drückte er mit dem Satz aus: "Vor ihnen steht ein dankbarer Joachim Gauck."

Zuvor hatte Wegbegleiter Christoph Kleemann in einer Laudatio an Gaucks Wirken in und für Rostock erinnert. Kleemann war nach der Wende für kurze Zeit Oberbürgermeister in Rostock, später leitete er dort die Außenstelle der Stasi-Behörde.

Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens begründete die Entscheidung der Stadt, Gauck zum Ehrenbürger zu ernennen, mit den Worten: "Sie zeigen der Welt das freie, das mutige, das demokratische Gesicht der Stadt Rostock." Gauck ist in Rostock geboren, hat dort Theologie studiert und arbeitete bis zur Wende als Pastor. Von 1991 bis 2000 leitete er die Stasi-Unterlagenbehörde.

Mit seiner Ernennung zum Ehrenbürger folgte die Stadt den Anträgen von insgesamt 23 Rostocker Bürgern, die es bereits lange vor seiner erneuten Nominierung für das Amt des Bundespräsidenten gegeben hatte. Der Hauptausschuss der Hansestadt hatte das Vorhaben unmittelbar nach der Wahl Gaucks zum Bundespräsidenten vom 18. März befürwortet. Wegen des großen Interesses wurde die Feierstunde auf eine Videoleinwand außerhalb der Kirche übertragen.

Zuletzt hatte die Stadt Rostock im Jahre 1994 dem Schriftsteller Walter Kempowski die Ehrenbürgerwürde verliehen. Zuvor war seit 1816 weiteren 20 Persönlichkeiten diese Auszeichnung zuteil geworden.