Terror

Attentäter sprach vor Sikh-Anschlag von "heiligem Rassenkrieg"

Fotos zeigen ihn mit kahl rasiertem Schädel und gotischen Tätowierungen - nach der Bluttat mit sechs Toten in einem Tempel der Sikh-Gemeinde im US-Bundesstaat Wisconsin werden immer mehr Details über den mutmaßlichen Täter bekannt.

- Der Ex-Soldat Wade Michael Page, der von der Polizei am Tatort erschossen wurde, hatte zahlreiche Verbindungen zur rechtsextremen Szene in den USA. Diese hat zuletzt stark an Zulauf gewonnen.

Page sei ein "frustrierter Neonazi" gewesen, "der eine rassistische Band führte, die die Macht der Weißen feierte", erklärte die Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center. Die Band End Apathy (Beendet die Apathie) gründete Page im Jahr 2005, in der rechtsextremen Musikszene war er aber bereits seit 2000 aktiv. Einem Ex-Armeekollegen zufolge sprach Page von einem "heiligen Rassenkrieg", auf den er gehofft habe. Er hätte aber nie gedacht, dass Page diese Drohung eines Tages wahrmachen würde, sagte Christopher Robillard dem Sender CNN.

Knapp einen Tag nach dem Angriff auf den Sikh-Tempel ist im mittleren Westen der USA eine Moschee bei einem mutmaßlichen Brandanschlag zerstört worden. Das muslimische Gotteshaus in Joplin im Bundesstaat Missouri sei in der Nacht vollständig ausgebrannt, sagte eine Sprecherin des Sheriff-Büros. Bereits am 4. Juli, dem US-Unabhängigkeitstag, hatte ein Unbekannter einen Brandsatz auf die Moschee geworfen. Damals war nur geringer Schaden entstanden. Seit ihrer Gründung 2007 sei die Moschee ständig Ziel von Angriffen gewesen, sagte ein Gemeindevertreter.