Wahlen

Obama legt sich mit der Waffenlobby an

US-Präsident fordert strengere Kontrollen

- Knapp eine Woche nach dem Massaker in Colorado hat US-Präsident Barack Obama schärfere Kontrollen für Amerikaner gefordert, die eine Waffe kaufen wollen. Sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney erklärte hingegen, eine Gesetzesänderung würde Tragödien im Zusammenhang mit Waffen nicht verhindern.

Obama sagte bei einer Rede vor Mitgliedern der Bürgerrechtsgruppe National Urban League am Mittwoch (Ortszeit), er fordere bei den Bemühungen zur Eindämmung von Waffengewalt einen nationalen Konsens. Obama hatte sich während seiner Amtszeit als Senator von Illinois für schärfere Waffengesetze in den USA ausgesprochen. Nach dem Blutbad vom vergangenen Freitag sah sich das Weiße Haus erneut mit der Frage konfrontiert, ob Obama kurz vor der Präsidentschaftswahl im November schärfere Waffengesetze wieder zum Thema machen würde.

Nach Einschätzung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Romney hätten schärfere Waffengesetze die Bluttat in Aurora nicht verhindert. Romney sagte am Mittwoch dem Fernsehsender NBC, der Schütze habe viele seiner Waffen illegal erworben. "Diese Person hätte keine Waffen oder Bomben haben dürfen", erklärte Romney. Der Verdächtige habe mit dem Besitz vieler seiner Waffen bereits gegen das Gesetz verstoßen. Der Mann hatte seine drei Waffen, mit denen er in das Kino in Aurora kam, allerdings legal gekauft. Er bestand alle notwendigen Überprüfungen.

Sechs Tage nach dem Amoklauf wurde am Mittwoch das erste Opfer zu Grabe getragen. Unter den rund 150 Trauergäste in einer Kirche in Denver waren auch Colorados Gouverneur John Hickenlooper und Auroras Bürgermeister Steve Hogan. Am Eingang der Kirche war ein großes Porträt des 51-jährigen Toten aufgestellt, viele Gäste legten Blumen nieder. Seine beiden Kinder hatten den Amoklauf unverletzt überlebt. Medien berichteten, der Amokschütze von Aurora habe vor dem Blutbad in dem Kino ein Notizbuch mit Mordgedanken an einen Psychiater geschickt.

Das Paket sei an einen Psychiater der Universität von Colorado adressiert gewesen, meldete der US-Fernsehsender Fox News. Es enthalte Skizzen von Figuren, die erschossen werden, und die Beschreibung eines bevorstehenden Angriffs, meldete Fox. Der 24-jährige Schütze, der in Untersuchungshaft sitzt, hatte in der vergangenen Woche zwölf Menschen in einem Kino in der Stadt Aurora getötet. Das Paket sei spätestens am 12. Juli in der Poststelle eingegangen und erst am Montag entdeckt worden - drei Tage nach der Tat. Die Universität bestätigte den Eingang eines verdächtigen Pakets. Es sei den Behörden übergeben worden.