Verkehr

Türkei schließt Grenzen zu Syrien - immer härtere Kämpfe

Nach Übergriffen syrischer Oppositioneller auf türkische Lastwagen hat die Türkei ihre Grenze zu Syrien für den Personen- und Güterverkehr weitgehend geschlossen.

- Nur in Ausnahmefällen sei die Überquerung der Grenze für bestimmte Personengruppen möglich, sagte der türkische Zoll- und Handelsminister Hayati Yazici am Mittwoch vor Journalisten in Ankara. Als Grund nannte er Sicherheitsprobleme und heftiger werdende Kämpfe in Syrien. Für Flüchtlinge seien die Grenzen nach wie vor offen. Syrische Staatsbürger dürften die Grenze in die Türkei überqueren, betonte der Minister. Das gelte auch für Staatsbürger aus Drittländern. Türken dürften dagegen auf dem Landweg nicht mehr nach Syrien. Der internationale Reiseverkehr über die Landesgrenze nach Syrien sei aus Sicherheitsgründen ebenfalls untersagt.

In Syrien selbst drehten am Mittwoch die Truppen des Machthabers Baschar al-Assad nach den jüngsten Rebellenerfolgen in den Metropolen Damaskus und Aleppo den Spieß um. Mit massiven Truppenverstärkungen und dem Einsatz von Kampfhelikoptern, Artilleriegeschützen und Panzern gingen sie in den beiden Städten gegen die Aufständischen der Freien Syrischen Armee (FSA) vor. "Wir halten uns noch in sechs Bezirken am Rand von Aleppo, und wir haben Verluste", sagte Abu Omar al-Halebi, ein Kommandeur der Freien Syrischen Armee. Mindestens 2000 syrische Soldaten wurden Rebellenangaben zufolge nach Aleppo in Marsch gesetzt. 500 von ihnen seien dafür aus der nördlichen Unruheprovinz Idlib abgezogen worden. In Damaskus beschossen Kampfhubschrauber das südliche Viertel al-Hadschar al-Aswad.

Doch einige prominente Mitglieder der Assad-Familie glauben offensichtlich dennoch nicht mehr an ein Überleben des Regimes. In Istanbul hieß es am Mittwoch in gut unterrichten Kreisen, dass Assads Onkel Mohammed Machluf und dessen Söhne versucht haben, Kontakte im Ausland zu knüpfen. Konkret genannt wurden Paris und Moskau. Sie suchen Schutz für den Fall, dass Assad fällt.