Trendstopp

Deutschland wächst durch Zuwanderung aus Krisenländern

Die EU-Osterweiterung und die Schuldenkrise in Südeuropa haben den Abwärtstrend im dicht besiedelten Deutschland gestoppt.

- Erstmals seit neun Jahren ist die Einwohnerzahl in der Bundesrepublik wieder gestiegen. Hauptursache ist die Zuwanderung von netto 279.000 Menschen im Jahr 2011 - mehr waren es dem Statistischen Bundesamt zufolge zuletzt nur 1996. Sie haben Deutschland innerhalb eines Jahres ein Plus von der Größe einer Stadt wie Düren, Zwickau, Esslingen oder Ratingen gebracht. Fachleute sehen darin aber nur eine Momentaufnahme.

Die Wissenschaftler betonen auch: Zuwanderung ist bei der Prognose der Bevölkerungsentwicklung viel unberechenbarer als die Geburtenrate und die Sterblichkeit. Fest steht: Die rund 81,8 Millionen Menschen in Deutschland konzentrieren ihren Wohnsitz zunehmend auf die wirtschaftlich prosperierenden Regionen. Und: Die Gesellschaft wird nicht nur älter, sondern auch europäischer und bunter.

"Wir müssen uns langfristig auf eine deutlich alternde Bevölkerung und eine rückläufige Einwohnerzahl einstellen", sagt etwa Sozialwissenschaftler Steffen Kröhnert vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Um rund 63.000 oder 0,5 Prozent ging die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr im Osten (ohne Berlin) zurück. Ein Plus gab es in Bayern (57.000), Berlin (41.000), Baden-Württemberg (32.000), Hessen (25.000) und Hamburg (12.000) sowie Schleswig-Holstein (3000) und Bremen (600).