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Kuba: Dissidenten bei Begräbnis festgenommen ++ Ägypten: 44-Jähriger soll neue Regierung führen ++ Italien: Mafia-Anklage gegen Minister und Polizisten

Dissidenten bei Begräbnis festgenommen

Bei der Beisetzung des kubanischen Dissidenten Oswaldo Payá sind am Dienstag in Havanna der Oppositionelle Guillermo Fariñas und Dutzende andere Kritiker der Regierung festgenommen worden. AFP-Reporter berichteten von einem Großeinsatz von Polizisten in Zivil im Stadtviertel Cerro. Payá war am Sonntag gemeinsam mit dem Dissidenten Harold Cepero bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Zu der Beisetzung versammelten sich mehrere hundert Oppositionelle. Fariñas und die anderen Dissidenten wurden auf dem Weg zu der Kirche festgenommen, in der der Trauergottesdienst stattfinden sollte. Fariñas ist ebenso wie Payá Träger des renommierten Sacharow-Preises für Meinungsfreiheit des Europäischen Parlaments.

44-Jähriger soll neue Regierung führen

Knapp einen Monat nach seiner Amtseinführung hat der ägyptische Präsident Mohammed Mursi mit Hescham Kandil einen neuen Ministerpräsidenten ernannt. Die bisherige, noch vom Militärrat eingesetzte Regierung, soll damit abgelöst werden. Unklar ist, welche Befugnisse die Streitkräfte dem neuen Regierungschef zugestehen. Mursi hatte versprochen, das Amt des Regierungschefs nicht mit einem Mitglied der Muslimbruderschaft zu besetzen. Im scheidenden Kabinett des derzeitigen Regierungschefs Kamal el Gansuri war Kandil als Minister für Wasserschutz und Bewässerung zuständig. Vom Alter her stellt Kandil, der erst in seinen 40ern ist, einen deutlichen Kontrast zum 78 Jahre alten el Gansuri dar, der bereits von 1996 bis 1999 dem damaligen Präsidenten Husni Mubarak als Regierungschef diente.

Mafia-Anklage gegen Minister und Polizisten

Wegen Verbindungen zur Mafia will die italienische Staatsanwaltschaft ehemaligen Ministern, Abgeordneten und Polizeibeamten den Prozess machen. Wie die Nachrichtenagentur ANSA und die Tageszeitung "Repubblica" berichteten, reichte die Behörde am Dienstag bei einem Gericht in Sizilien einen Antrag auf Anklageerhebung gegen zwölf Verdächtige ein. Unter ihnen sind die bereits inhaftierten Mafiabosse Salvatore "Toto" Riina und Bernardo Provenzano. Riina war der Chef der Cosa Nostra zur Zeit des blutigen Kampfes der Organisation gegen den Staat mit Bombenanschlägen in den 1990er Jahren. Die Politiker und Polizisten sollen Druck ausgeübt haben, um Strafmilderung für Mafiosi zu erreichen.