Terror

Anschlag in Burgas: Verdacht gegen Hisbollah

Opfer in Israel beigesetzt. Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland werden nicht verstärkt

- Der Selbstmordattentäter von Burgas war einem US-Medienbericht zufolge Teil einer Terrorzelle der libanesischen Hisbollah. Die "New York Times" zitierte zwei US-Beamte mit der Aussage, die radikal-islamische Bewegung stecke hinter dem Anschlag auf israelische Touristen in der bulgarischen Stadt, bei dem am Mittwoch sieben Menschen getötet worden waren. Ein dritter US-Beamter sagte demnach, der Attentäter habe auf "allgemeine Anweisung" der Miliz und ihrer Unterstützer im Iran gehandelt.

Der Attentäter hatte sich am Flughafen von Burgas in einem Bus nach Angeben des bulgarischen Innenministers Zwetan Zwetanow mit drei Kilogramm TNT in die Luft gesprengt. Mit dem Bus sollte eine Gruppe Touristen aus Israel zu ihrem Hotel gebracht werden sollte. Die bulgarischen Behörden arbeiteten am Freitag mit Unterstützung von Polizisten aus Israel und den USA daran, den Attentäter zu identifizieren. Israel hatte die Hisbollah und den Iran für den Anschlag verantwortlich gemacht. Teheran wies die Vorwürfe zurück.

Laut Bulgariens Innenminister handelte es sich bei dem Attentäter um einen 36-jährigen Ausländer, der erst seit wenigen Tagen im Land gewesen sei. Bilder einer Überwachungskamera zeigten den mutmaßlichen Attentäter in Shorts, Turnschuhen und Baseball-Cap mit einem Rucksack und einer Laptop-Tasche. Laut Zwetanow trug er einen gefälschten Führerschein aus dem US-Bundesstaat Michigan bei sich. Eine bulgarische Staatsanwältin sagte im Fernsehen, der Mann habe in dem nahegelegenen Ort Pomorie versucht, ein Auto zu mieten, sei aber wegen Zweifel an der Echtheit seines Führerscheins abgewiesen worden. Zudem habe er mehrfach ein Taxi genommen. Er habe kaum mit den Fahrern gesprochen, aber ruhig gewirkt.

Unterdessen wurden die fünf israelischen Opfer des Anschlags am Freitag in ihrer Heimat beigesetzt. Hunderte Trauergäste begleiteten in separaten Begräbnissen in verschiedenen Städten des Landes die Angehörigen. Die Särge waren am Morgen im Rahmen einer militärischen Zeremonie am internationalen Flughafen in Empfang genommen worden.

In Berlin werden die Sicherheitsvorkehrungen vor jüdischen Einrichtungen bislang nicht verstärkt. Die Standards seien bereits sehr hoch, sagte eine Sprecherin der Senatsinnenverwaltung am Freitag. Bei der Bundespolizei sind die Beamten noch mal sensibilisiert worden, wie ein Sprecher sagte.