Linksextremismus

Mutmaßliche türkische Terroristin in Berlin vor Gericht

Eine mutmaßliche türkische Linksterroristin muss sich seit Donnerstag vor dem Berliner Kammergericht verantworten.

- Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor. Sie soll mehr als eine Million Euro für Anschläge in der Türkei organisiert haben. Die 42-Jährige, die kein Deutsch spricht, verweigerte zum Prozessauftakt vor dem Staatsschutzsenat des Gerichts die Aussage.

Laut Anklage soll die Türkin in Berlin, Hamburg, Köln und in mehreren europäischen Ländern für die Revolutionäre Volksbefreiungspartei/-front (DHKP-C) tätig gewesen sein, die durch bewaffneten Kampf den türkischen Staat zerschlagen und ein marxistisch-leninistisches System errichten will. Als Europachefin der verbotenen Terrororganisation soll die studierte Stadtplanerin bis August 2008 die Geldbeschaffung für Anschläge organisiert haben. Unter ihrer Führung sei die Millionensumme durch Spenden- und Beitragssammlungen sowie durch den Verkauf von Propagandamaterial eingenommen worden, so die Bundesanwaltschaft. In der Anklage wird die Frau als "Führungsfunktionärin der Rückfront" bezeichnet. Der Großteil des Geldes wurde laut Anklage in deutschen Großstädten eingesammelt. Aber auch in den Niederlanden und Frankreich sollen Spendensammler aktiv gewesen sein. Laut Bundesanwaltschaft findet der Prozess in Berlin statt, weil die Hauptstadt einer der Tatorte gewesen sein soll. Die mutmaßliche Terroristin war 2011 in Griechenland festgenommen worden. Sie wurde ausgeliefert und kam in Berlin in U-Haft.