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Italien: Berlusconi kritisiert Sparpolitik Deutschlands ++ Libyen: Landes-Chef des Olympischen Komitees entführt ++ USA: Obama beklagt politische Kultur in Washington ++ Nahost: Israel genehmigt Besuche bei Gefangenen aus Gaza

Berlusconi kritisiert Sparpolitik Deutschlands

Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine "übertrieben strenge Sparpolitik" in der Euro-Krise vorgeworfen. Diese Politik hemme "den Fortschritt in Europa", sagte Berlusconi der "Bild"-Zeitung. Derzeit sei eine "deutsche Vormachtstellung in Europa" zu spüren. Er wünsche sich jedoch von Berlin eine "weitblickende, solidarische und offene Europapolitik". "Wir wünschen uns ein europäischeres Deutschland und kein deutscheres Europa", sagte Berlusconi. Sein Verhältnis zu Merkel bezeichnete der 75-Jährige als "sehr herzlich".

Landes-Chef des Olympischen Komitees entführt

Der Vorsitzende des libyschen Olympischen Komitees, Nabil al-Alam, ist nach Angaben seines Büros entführt worden. "Neun Bewaffnete, die sich als Armee-Angehörige ausgaben, haben Herrn Alam im Stadtzentrum um etwa 15 Uhr aus seinem Auto gezerrt und an einen unbekannten Ort verschleppt", sagte der Bürochef Arafat Dschuwan. Weder die Armee noch das Innenministerium wüssten etwas von der Entführung. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), Jacques Rogge, äußerte auf einer Telefonkonferenz in Lausanne seine "tiefe Besorgnis" über den Fall.

Obama beklagt politische Kultur in Washington

US-Präsident Barack Obama hat eingeräumt, in seiner bisherigen Amtszeit die politische Kultur in Washington nicht verbessert zu haben. "Washington fühlt sich genauso kaputt an wie vor vier Jahren", sagte er dem US-Sender CBS. Die Gräben zwischen Demokraten und Republikaner sind derzeit sogar so tief wie noch nie. Es sei ihm nicht gelungen, "die Atmosphäre hier in Washington so zu ändern, dass sie Anstand und Vernunft der normalen Bürger widerspiegelt", sagte Obama. "Ich habe zweifellos unterschätzt, wie sehr die Politik in dieser Stadt das Lösen von Problemen behindert." Als US-Präsident habe er gelernt, dass politische Veränderungen länger dauerten als erhofft.

Israel genehmigt Besuche bei Gefangenen aus Gaza

Erstmals seit fünf Jahren haben mehrere in Israel inhaftierte Palästinenser wieder Besuch von ihren Familien empfangen dürfen. 24 palästinensische Häftlinge seien am Montag in ihrem Gefängnis im südisraelischen Ramon für eine halbe Stunde von Angehörigen besucht worden, teilte eine Sprecherin der israelischen Gefängnisbehörden mit. Ihren Angaben zufolge sollen Besuche von Angehörigen aus dem Gazastreifen in Zukunft regelmäßig möglich sein. Die nächsten seien in zwei Wochen vorgesehen.