Verbot

Parlament in Israel beunruhigt über Beschneidungsurteil

Nach dem Beschneidungsurteil des Kölner Landgerichts hat die Konferenz Europäischer Rabbiner ein Dringlichkeitstreffen in Berlin anberaumt.

- Das Gericht habe mit seinem Verbot drastisch verkannt, wie grundlegend dieses Ritual für den jüdischen Glauben und die jüdische Identität sei, erklärte der Konferenzvorsitzende, Rabbiner Pinchas Goldschmidt, am Montag in Berlin. Bei dem Treffen bis Donnerstag wolle man über das weitere Vorgehen beraten und politische und juristische Lösungen diskutieren, sagte Avichai Apel, Vorstandsmitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland. Erwartet würden rund 40 Rabbiner aus europäischen Ländern. Apel appellierte an den Gesetzgeber, religiöse Beschneidungen weiter zu ermöglichen und dies rechtlich klarzustellen. "Beschneidungen sind für uns unverzichtbar."

Das israelische Parlament hat sich beunruhigt über das Urteil des Kölner Landgerichts gezeigt. Die richterliche Entscheidung werde "Konsequenzen für alle Juden Europas haben", sagte der Vorsitzende des Knesset-Ausschusses für Immigration und Diaspora, Danny Danon (Likud), bei einer Ausschusssitzung am Montag in Jerusalem. Seit der Zeit Abrahams hielten sich die Juden an diese Pflicht. Danon forderte den deutschen Botschafter in Israel, Andreas Michaelis, auf, sich für eine gesetzlich geschützte Regelung einzusetzen. Michaelis hatte vor dem Ausschuss von der Diskussion in Deutschland berichtet.

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