Außenpolitik

Zypern leiht sich zur EU-Ratspräsidentschaft Geld von Russland

Zypern sollte nach Ansicht von Präsident Dimitris Christofias neben den beantragten Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm auch finanzielle Unterstützung aus Russland annehmen.

- "Wir könnten beides kombinieren", sagte Christofias. "Die Russen wollen sich als gute Freunde Zyperns um uns kümmern." Dadurch könnte es Zypern schneller gelingen, wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen. Zugleich wies Christofias Bedenken zurück, dass Zypern durch eine Annäherung an Russland seine europäischen Partnerländer vor den Kopf stoßen könnte. Christofias ist der einzige Staatschef in Europa, der der Kommunistischen Partei angehört. Auch aus seiner Studienzeit in Moskau verfügt er noch über gute Verbindungen zu russischen Politikern. Es ist nicht das erste Mal, dass Russland dem EU-Mitglied finanziell unter die Arme greift: Bereits vergangenen Dezember gewährte das Land Zypern einen Kredit in Höhe von 2,5 Milliarden Euro.

Zypern hält seit 1. Juli die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union inne. Das rezessionsgeplagte Land leidet unter der engen wirtschaftlichen Verflechtung mit dem hoch verschuldeten Griechenland und beantragte in der vergangenen Woche als fünfter Euro-Staat Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm. Die Details für die Notkredite will Zypern bis Ende Juli klären. Bis dahin sollen die Gespräche mit der Troika aus Vertretern von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) zum Hilfsantrag abgeschlossen sein.