Außenpolitik

Syrien-Frage: Lawrow brüskiert Westerwelle

Russland hat Vorschläge aus dem Westen als "Witz" zurückgewiesen, dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad Asyl in Moskau zu gewähren.

- Es sei sinnlos, über Assads Schicksal zu diskutieren, bevor nicht die Konfliktparteien in Syrien miteinander verhandelten. Das sagte Außenminister Sergej Lawrow auf einer Pressekonferenz mit seinem deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle in Moskau. Mit dem Vorschlag solle entweder bewusst Verwirrung gestiftet werden, oder es zeige die Ahnungslosigkeit, was in Syrien passiere und wie die russische Position sei, sagte Lawrow.

"Wir wollen gemeinsam eine politische Lösung", betonte Westerwelle dennoch. Anders als Westerwelle, der weiter auf die Russen einwirken will, verlieren andere Länder mittlerweile die Geduld. So forderte der britische Außenminister William Hague Russland im Syrien-Konflikt zur Umkehr auf. Moskau müsse erkennen, dass die Lage außer Kontrolle gerate.

Derweil wurde bekannt, dass die Enthüllungsplattform Wikileaks nach eigener Aussage mehr als 2,4 Millionen E-Mails aus Syrien in die Hände bekommen hat und diese jetzt veröffentlichen will. Darunter befänden sich auch Nachrichten von Politikern und westlichen Firmen, sagte Sarah Harrison von Wikileaks auf einer Pressekonferenz in London. Die E-Mails böten Einblicke in die Arbeit der syrischen Regierung und zeigten auch Kommunikation mit westlichen Unternehmen, sagte Harrison. Laut Wikileaks wurden die E-Mails zwischen August 2006 und März dieses Jahres verschickt. Darunter befänden sich Nachrichten von Adressen, die zu syrischen Ministerien gehören. Man sei sich "statistisch sicher", dass der Großteil der Daten authentisch sei. Wie Wikileaks an das Material gekommen ist, sagte Harrison nicht.