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Atlantik-Brücke wird 60 Jahre alt - Merkel hält Festrede

Ein Blick ins Mitgliederverzeichnis genügt. Und schon versteht jeder, dass es sich bei der Atlantik-Brücke e.V. tatsächlich um einen ganz besonderen Verein handelt.

- Der amtierende Bundespräsident: Mitglied. Die Kanzlerin: Mitglied. Der Vorstandschef von VW: Mitglied. Der Chefredakteur der "Bild"-Zeitung: Mitglied. Hinzu kommen 500 weitere Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Medien.

Trotzdem haben die meisten Bundesbürger von dem feinen Verein mit Sitz in Berlin vermutlich noch nie etwas gehört. Die Atlantik-Brücke hält sich seit der Gründung vor genau 60 Jahren einiges darauf zugute, dass sie im Hintergrund wirkt. Ins Mitgliederverzeichnis schaut man nicht einfach so. Aufgenommen wird nur, wer eine Einladung bekommt. Die Finanzierung läuft über Beiträge (1000 Euro pro Jahr, Bundestagsabgeordnete: 300 Euro) und Spenden (nach oben offen).

Auf diese Weise ist aus dem Verein zur Förderung von Volksbildung und Völkerverständigung, wie es in der Satzung heißt, im Lauf der Jahrzehnte einer der exklusivsten Zirkel der Republik geworden. Auch wenn es dort nicht nur um die hehren Ziele geht. Wie in jedem anderen deutschen Verein werden auch in der Atlantik-Brücke Strippen gezogen und Beziehungen geknüpft - wenn auch, versteht sich, auf besonders hohem Niveau. Anfangs traf man sich zu vertraulichen Gesprächsrunden. Später kamen Austausch- und Förderprogramme für junge Leute von beiden Seiten des Atlantiks dazu, denen man einiges an Karriere zutraute.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zugesagt, an der 60-Jahr-Feier am Montagabend im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Festrede zu halten. Vorab lobte sie ihren Verein schon als "ganz, ganz wichtigen Pfeiler der transatlantischen Beziehungen". Den Warburg-Preis bekommt in diesem Jahr einer, der schon in den ersten Tagen der Atlantik-Brücke dabei war: Altkanzler Helmut Schmidt.