Polizei

Zweifel an Selbstmordversuch von Ex-Premier

In Rumänien sind Zweifel an Berichten über einen Selbstmordversuch des zu Gefängnis verurteilten Ex-Premiers Adrian Nastase aufgekommen.

- Die rumänische Staatsanwaltschaft nahm am Dienstag Ermittlungen gegen Nastases Arzt und drei Polizisten auf. Beobachter vermuten, dass die Polizisten und der Arzt Nastase geholfen haben könnten, den Selbstmordversuch vorzutäuschen, damit er nicht ins Gefängnis muss.

Der Sozialist Nastase war am Mittwoch rechtskräftig wegen illegaler Parteienfinanzierung zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Stunden nach der Urteilsverkündung gingen Polizisten zu seiner Wohnung, um ihn abzuführen. Kurz danach fuhr ein Krankenwagen vor, der Nastase in ein Krankenhaus brachte.

Nastases Familie hatte erklärt, der Ex-Ministerpräsident habe versucht, sich im Beisein der Polizisten zu erschießen. Diese Version hatte zunächst auch die Staatsanwaltschaft geglaubt. Allerdings hatte keiner der vielen Journalisten, die vor Nastases Wohnung auf dessen Abführung gewartet hatten, einen Schuss gehört.

Im Krankenhaus wurde Nastase nach Darstellung der Mediziner nicht notoperiert, sondern erst am nächsten Morgen. Der Schuss habe keine lebenswichtigen Organe getroffen. Dennoch weigerte sich das Krankenhaus, Nastase für haftfähig zu erklären.