Urteil

Keine Freiheit für Timoschenko - Hoffnung auf Merkel

Die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko kann sich keine Hoffnung auf eine Freilassung noch im Zuge der Fußball-Europameisterschaft machen.

- Daran ändert wohl auch eine mögliche Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Sonntag nach Kiew nichts, falls Deutschland ins Finale kommen sollte. Die deutsche Opposition hält eine Begegnung Merkels mit Präsident Viktor Janukowitsch beim Finale für kritisch.

Das Hohe Sondergericht in Kiew vertagte am Dienstag erneut eine Berufungsverhandlung, diesmal auf den 12. Juli. Es folgte einem Antrag der Staatsanwaltschaft, die ein Attest abwarten will über den Zustand von Timoschenko, die an einem Bandscheibenvorfall leidet. Die Oppositionspolitikerin nahm nicht an der Verhandlung teil. Ein anderes Gericht hatte am Vortag in einem zweiten Prozess gegen sie angeordnet, dass sie von einem Amtsarzt untersucht wird. Vor dem Gerichtsgebäude forderten rund 500 Demonstranten ihre Freilassung.

Timoschenko will unter Berufung auf Verfahrensmängel erreichen, dass ihre siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs aufgehoben wird. Ihr Anwalt Sergej Wlassenko kündigte an, das Urteil notfalls vor den Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg zu bringen. Experten gehen davon aus, dass die erkrankte Politikerin erst nach der Präsidentenwahl 2015 entlassen wird.