Gesundheitsprobleme

Designierter griechischer Finanzminister tritt zurück

Die neue griechische Regierung steht unter keinem guten Stern.

- Nach einem Kreislaufzusammenbruch Ende vergangener Woche kündigte der designierte Finanzminister Vassilis Rapanos am Montag an, sein Amt nicht anzutreten. Ministerpräsident Antonis Samaras konnte zwar nach einer Augenoperation wieder das Krankenhaus verlassen, statt ihm wird aber Staatspräsident Karolos Papoulias Ende der Woche zum EU-Gipfel nach Brüssel reisen.

Wegen der Erkrankungen von Rapanos und Samaras wurde auch der Start der kritischen Troika-Mission verschoben. Nun würden die Gespräche "vermutlich Anfang Juli beginnen", hieß es im Umfeld der Troika. Die Eurogruppe hatte noch am Freitag erklärt, dass die Troika-Experten aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ab (dem heutigen) Montag in Athen mit der Überprüfung der Programmumsetzung beginnen sollten.

Auch zum neuen Troika-Termin wird dann aber nicht Rapanos das Finanzressort leiten. Samaras habe ein Rücktrittsgesuch von Rapanos, der sich weiterhin im Krankenhaus befindet, angenommen, teilte das Büro des Regierungschefs mit. Rapanos war vergangene Woche zum Finanzminister ernannt worden, hatte aber wegen des Zusammenbruchs seinen Amtseid nicht ablegen können. Stattdessen hatte der scheidende Finanzminister Giorgios Zanias den Posten gehalten.

Zanias wird auch Teil der Delegation sein, die Griechenland zum EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag entsendet. Angeführt wird sie wegen der Erkrankung von Samaras vom 83-jährigen Staatspräsidenten Papoulias. Ursprünglich hatte die griechische Regierung Außenminister Dimitris Avramopoulos als Ersatzkandidaten für Samaras genannt. Am Montag kündigte sie aber an, stattdessen Papoulias zu entsenden, da EU-Richtlinien zufolge ein Staats- oder Regierungschef an der Spitze der Gipfeldelegation stehen muss. In Griechenland ist das Amt des Staatspräsidenten ähnlich wie in Deutschland ein weitgehend repräsentatives Amt.