Gazastreifen

Hamas droht Jerusalem mit Vergeltung

Israelische Luftwaffe tötet zwei militante Palästinenser im Gazastreifen

- Im Konflikt Israels mit der palästinensischen Hamas droht eine neue Spirale der Gewalt: Bei israelischen Luftangriffen wurden am Sonnabend zwei militante Palästinenser getötet und 17 weitere Menschen, darunter auch Zivilpersonen, verletzt. Kämpfer der zur Hamas gehörenden Al-Kassam-Brigaden drohten Vergeltung für die Luftangriffe an, die eine Reaktion auf andauernden Raketenbeschuss südisraelischer Grenzorte vom Gazastreifen aus waren. Dabei wurde ein Israeli schwer verletzt. Die Angaben über Tote und Verletzte machten palästinensische und israelische Sicherheitskreise.

Der israelische Generalstabschef, Generalleutnant Benny Gantz, berief wegen der zunehmenden palästinensischen Angriffe eine Dringlichkeitssitzung der Streitkräfteführung ein, teilte ein Militärsprecher mit. Allein am Sonnabend seien 30 Raketen vom Gazastreifen aus in Südisrael eingeschlagen, insgesamt seien es in der Woche mehr als 150 gewesen. In Reichweite palästinensischer Raketen aus dem Gazastreifen leben eine Million Israelis. Details über die Dringlichkeitssitzung wurden nicht mitgeteilt.

Die Al-Kassam-Brigaden veröffentlichten nach den israelischen Luftangriffen eine Erklärung, in der sie eine Eskalation der Gewalt ankündigten. "Falls die letzten Salven nicht genug waren, um die Botschaft zu übermitteln - wir sind bereit, den Feind zu zerschmettern", hieß es.

Bei einem israelischen Luftangriff am Morgen wurde ein palästinensischer Kämpfer getötet. Zwei weitere Luftangriffe verletzten 17 Menschen, darunter auch Zivilpersonen, wie ein palästinensischer Behördensprecher mitteilte. Am Nachmittag, nach erneutem Raketenbeschuss Südisraels, wurde ein weiterer militanter Palästinenser getötet.

Die israelischen Streitkräfte teilten mit, sie machten die Hamas für jeden Angriff auf Israel verantwortlich. Die Luftangriffe am Sonnabend hätten "Terroristenstellungen" zum Ziel gehabt. Der Israeli wurde schwer verletzt, als eine Rakete das Dach einer Fabrik durchschlug. Weitere Raketen aus dem Gazastreifen hätten eine Schule in der Grenzstadt Sderot getroffen. Wegen des Wochenendes sei sie leer gewesen.

Die israelische Militärsprecherin Avital Leibowitsch wies palästinensische Angaben zurück, bei einem der Luftangriffe sei ein neunjähriger Junge auf einem Spielplatz in Khan Junis getötet worden. Es habe dort keinen israelischen Angriff gegeben. Der Junge sei von explodierender Munition, "die Terrorgruppen gehörte", getötet worden.