Bundesregierung

CSU-Chef Seehofer: Gestörtes Verhältnis zu FDP-Chef Rösler

Im Streit über das Betreuungsgeld sieht CSU-Parteichef Horst Seehofer sein Vertrauensverhältnis zu FDP-Parteichef Philipp Rösler gestört.

- "Mein Vertrauensverhältnis zu Philipp Rösler hat einen Kratzer bekommen", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". Nach dem Eklat im Bundestag wegen des Abbruchs der ersten Debatte über das umstrittene Thema habe er Rösler die Nachricht zukommen lassen, "dass wir gerade jetzt in der Koalition enger zusammenrücken müssen". Stattdessen habe Rösler wenig später Nachverhandlungen beim Betreuungsgeld gefordert.

Das Vertrauensverhältnis zu Rösler sei "reparabel", sagte Seehofer. Ein Scheitern des Betreuungsgeldes bedeute aber ein Scheitern der Koalition, bekräftigte der CSU-Chef seine Drohung vom vergangenen Wochenende. Das Betreuungsgeld sei ein Kernthema der CSU, so Seehofer. "Wir wollen allen Familien ein Angebot machen, sowohl mit dem Krippenausbau als auch mit dem Betreuungsgeld für die Eltern, die ihr Kleinkind in den ersten Jahren ohne staatliche Krippe großziehen." Am Freitag vergangener Woche war eine Parlamentssitzung, bei der auch über das Betreuungsgeld debattiert werden sollte, abgebrochen worden, weil das Parlament nicht beschlussfähig war. Die Koalition warf der Opposition vor, die Sitzung boykottiert zu haben, um die Beschlussunfähigkeit herbeizuführen. Das Betreuungsgeld wird nun erst nach der Sommerpause verabschiedet.