Justiz

Timoschenko: Opposition nennt Mordvorwurf absurd

Die ukrainische Opposition hat mit Empörung auf Pläne der Staatsanwaltschaft reagiert, die inhaftierte frühere Regierungschefin Julia Timoschenko unter Mordanklage zu stellen.

- "Das zeigt, dass das unterdrückerische System alles daransetzt, die Anordnungen von Präsident Viktor Janukowitsch zu befolgen, wie absurd sie auch sind", sagte eine Sprecherin von Timoschenkos Partei am Dienstag. In der Debatte geht es um die Ermordung des Abgeordneten Jewgen Schtscherban im Jahr 1996, den nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Unternehmen Timoschenkos bezahlt haben könnte.

Der stellvertretende ukrainische Generalstaatsanwalt Renat Kusmin hatte am Montag in einem Interview erneut angekündigt, Timoschenko in dem Fall anklagen zu wollen. Nach Kusmins Angaben reichen die Beweise für eine Anklage gegen Timoschenko aus. Demnach gibt es ein Motiv sowie auch Hinweise auf Geldzahlungen im Zusammenhang mit dem Fall. Zudem soll es Zeugen für eine Beteiligung Timoschenkos geben. Schtscherban war mit seiner Frau am Flughafen der Stadt Donezk erschossen worden.

Timoschenko verbüßt seit Oktober in Charkow eine siebenjährige Haftstrafe. Sie soll 2009 als Regierungschefin ein für die Ukraine unvorteilhaftes Gasgeschäft mit Russland abgeschlossen haben.

( AFP )