Deutschland

Kirchen einigen sich auf Vorgehen gegen Kindesmissbrauch

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben sich schriftlich zum weiteren Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch verpflichtet.

- Vertreter der evangelischen und der katholischen Kirche unterzeichneten entsprechende Vereinbarungen mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Damit sollen die Empfehlungen des Runden Tisches zum sexuellen Kindesmissbrauch umgesetzt werden.

Die Vereinbarungen enthalten Vorgaben dazu, wie sexueller Missbrauch zu verhindern ist und was im Missbrauchsfall zu tun ist. Die beiden Kirchen erklären sich außerdem bereit, dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung zwei bundesweite Befragungen in den kirchlichen Strukturen zu ermöglichen. Dabei geht es um eine Bestandsaufnahme der bisherigen Maßnahmen und die Frage nach eventuellem weiterem Handlungsbedarf. Einen konkreten Maßnahmenkatalog enthalten die unterzeichneten Vereinbarungen aber nicht. Solche Maßnahmen sollen von den Kirchenverantwortlichen vor Ort erarbeitet werden. Beide Kirchen wollen ihr Vorgehen dabei selbstständig kirchenintern koordinieren.

Unterzeichnet wurden die Vereinbarungen von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Die Kirchen setzten mit den Vereinbarungen "wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einem breiten gesellschaftlichen Bündnis gegen sexuelle Gewalt", erklärte der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig. Andere Vereinbarungen hatte der Beauftragte mit Wohlfahrtsverbänden unterzeichnet.