Wahlen

Rechtsextreme ziehen wieder in französisches Parlament ein

Nach 14 Jahren hat die rechtsextreme Front National geschafft, wieder ins französische Parlament einzuziehen.

- Im Städtchen Carpentras im Südosten des Landes setzte sich die Enkelin des bald 84-jährigen Parteigründers Jean-Marie Le Pen durch. Die Jurastudentin Marion Maréchal-Le Pen (22) gewann vor dem Konservativen Jean-Michel Ferrand, der nach 26 Jahren sein Mandat verliert. In Nîmes erhielt der Anwalt Gilbert Collard das Mandat, eine der schillerndsten Figuren der FN. In der gleichen Region schaffte ein dritter Rechtsextremer - der nicht der Front National angehört - den Sprung ins Parlament. FN-Chefin Marine Le Pen (43) scheiterte dagegen in ihrem nordfranzösischen Wahlkreis.

Viel bewirken würden die drei Rechten im Parlament nicht, vermutet der Politologe Jean-Yves Camus vom Pariser Forschungsinstitut IRIS. Als fraktionslose Abgeordnete hätten sie wenig Möglichkeiten, Initiativen zu ergreifen. "Sie werden die Nationalversammlung vor allem als politische Bühne nutzen", glaubt Camus. Ob dies immer zum Vorteil der FN sei, sei fraglich. Vor allem der Anwalt Collard ist für medienwirksame verbale Entgleisungen bekannt. Er hat bereits angekündigt, er wolle sein Mandat nutzen, um im Parlament "Unruhe zu stiften".