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Ersatzmann der Muslimbrüder

Nildelta Mohammed Mursi stammt aus einem Dorf im östlichen Nildelta. Sein Vater war Bauer. Einen Teil seiner akademischen Laufbahn absolvierte der heute 60-Jährige in den Vereinigten Staaten. Er gilt als eher bodenständig und gehört dem konservativen Flügel der Muslimbruderschaft an. Viele lokale Kommentatoren bescheinigen ihm einen Mangel an Charisma. Bei öffentlichen Auftritten lächelt er fast nie.

Spitzname Seine Organisation schickte ihn in letzter Minute als Ersatzmann ins Rennen um die Nachfolge von Ex-Präsident Husni Mubarak. Die Wahlkommission hatte zuvor das Bruderschaftsschwergewicht Chairat al-Schater aus formalen Gründen von der Wahl ausgeschlossen. Die Ägypter verpassten Mursi daraufhin den Spitznamen "Ersatzreifen".

Revolution Im Wahlkampf vor der ersten Runde der Präsidentenwahl im Mai hatte Mursi sich auf die "islamische Renaissance" konzentriert. Als feststand, dass er in der Stichwahl gegen den ehemaligen Mubarak-Minister Ahmed Schafik antreten würde, änderte er seinen Ton und umwarb Frauen, die jungen, linken "Revolutionäre" und die Christen - Wählerschichten, die seine Partei eher skeptisch sehen. Viele Christen-Stimmen wird er nicht gewonnen haben, denn Mursi will die Scharia, das islamische Recht, einführen.