Verena Becker

RAF-Prozess: Buback-Sohn kritisiert Ermittler

Im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker hat Nebenkläger Michael Buback erneut die Ermittlungen gegen die Angeklagte kritisiert.

- Man könne "dem Gedanken nicht ausweichen, dass es eine schützende Hand für sie gab", sagte Buback am Freitag vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Am zweiten Tag seines umfangreichen Plädoyers verwies Buback auf angebliche Fehler bei den Ermittlungen zum Mordanschlag von 1977 auf seinen Vater, den damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Der Nebenkläger ist davon überzeugt, dass Becker als Schützin am Mordanschlag beteiligt war - auch wenn der seit anderthalb Jahren dauernde Prozess dafür keine handfesten Belege ergeben hat. Anschließend sei Becker bei den Ermittlungen geschützt worden. Als Grund vermutet Michael Buback deren Zusammenarbeit mit Geheimdiensten.

Buback verwies erneut auf eine lange Reihe von Zeugen, nach seiner Zählung 27, die eine Frau auf dem Soziussitz des Motorrads gesehen hätten. Die Bundesanwaltschaft hat eine Verurteilung der heute 59-jährigen Ex-Terroristin wegen Beihilfe zum Mord beantragt. Sie habe bei der Entscheidung für das Attentat eine wichtige Rolle gespielt, hieß es zur Begründung. Die Anklagevertreter gehen nicht davon aus, dass Becker am Tatort war. Die These einer "schützenden Hand" hatte die Bundesanwaltschaft energisch zurückgewiesen. Das Gericht will am 7. Juli ein Urteil verkünden.

( dpa )