Außenpolitik

Westerwelle sichert Afghanistan langfristige Hilfe zu

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Karsai fordert weitere Investitionen für sein Land

- Nicht immer wird es dankbar angenommen, wenn sich ein geplanter Abflug verzögert. Der Reisegruppe um Außenminister Guido Westerwelle bescherte am Mittwoch ein technischer Defekt vor ihrer Abreise nach Afghanistan statt nur einer Halbzeit des EM-Spiels Deutschland gegen die Niederlande auch ein Blick auf die spannenden letzten zehn Minuten. Weniger friedlich ist die Lage in dem Land am Hindukusch: Terrorismus, Drogenhandel und organisierte Kriminalität stellten weiter große Bedrohungen dar, sagte der deutsche Chefdiplomat. Westerwelle sicherte deshalb bei seinem Besuch langfristige Hilfe zu. "Wir werden die Menschen in Afghanistan nicht vergessen", sagte der FDP-Politiker in Kabul. Die internationale Gemeinschaft werde sich auch nach dem Abzug der Kampftruppen 2014 in dem Land engagieren. So gehe auch die Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte nach dem Truppenabzug weiter.

An der Regionalkonferenz beteiligten sich mehr als 40 Delegationen - darunter Vertreter des Iran, von Pakistan, China, Indien, Russland, Frankreich, Großbritannien, Japan, der USA und von Deutschland. Der afghanische Präsident Hamid Karsai warb für Friedensgespräche mit den Taliban um Unterstützung der Nachbarländer. Ein afghanischer Gesandter werde zu diesem Zweck bald nach Saudi-Arabien und Pakistan reisen, kündigte Karsai auf der Konferenz an. Erfolgreiche Verhandlungen mit den Taliban seien von größter Bedeutung für den Frieden in der Region. Karsai dankte Saudi-Arabien für seine Hilfe bei der Suche nach einer politischen Lösung für den Konflikt mit den Taliban. "Wir hoffen, dass unsere Brüder und Schwestern in Pakistan das Gleiche tun werden", sagte er. "Wir befinden uns bereits in einem ernsthaften Dialog mit unseren Nachbarn in Pakistan." Karsai forderte die Teilnehmer auf, in Afghanistan zu investieren, und versprach, die Regierungsführung zu verbessern.

Die nächste große Afghanistan-Konferenz steht am 8. Juli in Tokio an. Die internationale Gemeinschaft will dort ihre Hilfszusagen für die Zeit nach dem Abzug der Kampftruppen konkretisieren. Deutschland hat bereits zugesagt, für den Aufbau und die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte künftig rund 150 Millionen Euro pro Jahr bereitzustellen. Ziel sei auch, die zivilen Mittel für Wiederaufbau und Entwicklung "auf dem bisherigen Niveau zu verstetigen". Näheres wird in Tokio festgelegt.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen lobte unterdessen die wachsende Professionalität der afghanischen Sicherheitskräfte. Dies verleihe ihm die Zuversicht, dass sie bis zum Abzug der meisten internationalen Truppen 2014 für die Sicherheit ihres Landes sorgen könnten, sagte Rasmussen

( dapd )