Gleichstellung

EU-Kommission will Frauenquote gesetzlich regeln

Die EU-Kommission hat genug von unverbindlichen Absichtserklärungen der Wirtschaft und will per Gesetz mehr Frauen in Führungspositionen bringen.

- Justizkommissarin Viviane Reding hat für Oktober eine europäische Richtlinie angekündigt, die den Frauenanteil in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen bis 2020 auf 40 Prozent erhöhen soll. Dies sagte Redings Sprecherin am Donnerstag. Unterstützung erhält die Kommissarin von deutschen Spitzenpolitikern.

Bevor der Gesetzesvorschlag aus Brüssel kommt, sollen aber noch die Ergebnisse einer Ende Mai beendeten öffentlichen Anhörung analysiert werden, an der sich Bürger und Unternehmen beteiligen konnten: "Wir haben an die 500 Beiträge erhalten, die meisten aus Deutschland", sagte die Sprecherin. Zurzeit liegt der Frauenanteil in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen hierzulande bei lediglich 12,76 Prozent, wie das Familienministerium unter Berufung auf die Initiative "FidAR - Frauen in die Aufsichtsräte" angibt. In den Vorständen liegt die Quote demnach sogar nur bei 3,37 Prozent.

Auch in den Führungsetagen der Dax-30-Unternehmen fällt der Anteil jeweils nur minimal höher aus. Zudem gebe es in den Top-200-Unternehmen nur eine Vorstandsvorsitzende - nämlich jene der IBM Deutschland GmbH - und drei weibliche Aufsichtsratsvorsitzende. Laut dem FidAR-Bericht fällt bei Neunominierungen ferner auf, "dass zahlreiche Unternehmen versuchen, mit Kandidatinnen aus dem Ausland sowohl die Geschlechter- als auch die internationale Vielfalt in den Führungsetagen zu erhöhen und damit den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex mit einer Person zu entsprechen".

( dapd )