Prominente

Deutsche wollen Obama weiter als US-Präsidenten

Die Begeisterung für US-Präsident Barack Obama hat nach einer Umfrage seit dessen Amtsantritt 2009 weltweit deutlich nachgelassen.

- Aber das Vertrauen in Obama habe nur mäßig gelitten. Insbesondere in Deutschland und Frankreich hoffe eine große Mehrheit der Menschen auf eine Wiederwahl des Demokraten, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten weltweiten Erhebung des renommierten amerikanischen PEW-Instituts. Schlechte Noten erhält Obama in muslimischen Ländern sowie China und Russland. Dagegen wollen 89 Prozent der Deutschen Obama nach der Präsidentenwahl im November weiter im Weißen Haus sehen. In Frankreich seien es 92 Prozent, in Großbritannien 73 Prozent.

Generell sehe das Ausland die USA heute weiterhin positiver als 2008, dem letzten Amtsjahr des Republikaners George W. Bush. Die größten Sprünge nach oben habe es in Europa gegeben. Dabei ragten vor allem Frankreich, Spanien und Deutschland mit einem Plus von mindestens 20 Prozentpunkten heraus. Befragt wurden nach Angaben des Instituts zwischen Mitte März und Mitte April mehr als 26.000 Menschen in 21 Nationen, darunter Deutschland. Der Erhebung zufolge stimmen in Europa noch 63 Prozent der internationalen Politik Obamas zu, während es 2009 noch 78 Prozent waren. In Russland sei die Zustimmung von 40 auf 22 Prozent, in China von 57 auf 27 Prozent zurückgegangen.

Mit 80 Prozent hat jedoch das Vertrauen vor allem der Europäer in Obama im Vergleich zu 2009 (86 Prozent) etwas nachgelassen, wie aus der Umfrage weiter hervorgeht. Dagegen sackte das Vertrauen der Chinesen auffallend stark von 62 auf 38 Prozent ab. 60 Prozent der Europäer haben der Erhebung zufolge weiterhin eine positive Einstellung zu den USA, im Vergleich zu 67 Prozent im Jahr 2009. Bei den Deutschen habe es hier einen Rückgang von 64 auf 52 Prozent gegeben. In muslimischen Ländern wie Ägypten, der Türkei und Pakistan stehen die Menschen nach Angaben der Meinungsforscher Obama noch kritischer gegenüber als ohnehin schon bei seinem Amtsantritt.

Enttäuschung über Obama machten die Meinungsforscher in einer Reihe spezifischer Fragen aus. Demnach lasten viele dem Präsidenten an, dass er anders als erwartet zu stark die Interessen seines Landes durchsetzt. In fast allen Ländern gebe es verbreitete Opposition gegen die von Obama verfügten Drohnenangriffe gegen Terroristen, in 17 von 20 Ländern sei sogar mehr als die Hälfte dagegen. In Deutschland sprachen sich 59 Prozent dagegen aus.