Gewalt

Syrien: UN-Blauhelme sprechen erstmals von einem Bürgerkrieg

Der Leiter der UN-Friedensmissionen hat die Gewalt in Syrien als einen Bürgerkrieg bezeichnet.

- "Ja, ich denke, dass man das sagen kann", antwortete Hervé Ladsous, der Chef der Blauhelme, auf eine entsprechende Frage von Journalisten. Syrien warf den Vereinten Nationen daraufhin mangelnde Objektivität bei der Einschätzung der Lage im Land vor. Die syrischen Regierungstruppen übernahmen unterdessen nach achttägigem Beschuss die Kontrolle über das Bergdorf Haffa, wie das staatliche Fernsehen berichtete.

Ladsous' Sprecher Kieran Dwyers erklärte, UN-Beobachter hätten in den vergangenen fünf Tagen eine erhebliche Zunahme der Gewalt sowohl von den syrischen Streitkräften als auch von den Rebellen gesehen. Die Regierungstruppen versuchten, von Aufständischen kontrollierte Gebiete zurückzuerobern. Dabei würden auch Kampfhubschrauber eingesetzt - "mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung", sagte Dwyer. Die Opposition versuche im Gegenzug, ihre Angriffe auf Regierungstruppen und zivile Infrastruktur zu koordinieren. "Der Konflikt hat nahezu alle Regionen Syriens erfasst", sagte Dwyer.

Laut "New York Times" werden beide Konfliktparteien von ihren Verbündeten mit schwereren Waffen ausgerüstet. US-Außenministerin Hillary Clinton warf der russischen Regierung vor, Syrien weitere Helikopter zu liefern, mit denen die Truppen Assads gegen die eigene Bevölkerung vorgehen könnten. Washington sei besorgt über jüngste Informationen, "dass Angriffshubschrauber auf dem Weg von Russland nach Syrien sind", so Clinton. "Das wird den Konflikt ziemlich dramatisch eskalieren." Moskau verkauft seit Jahren Waffen an Damaskus. Der russische Außenminister Sergej Lawrow traf am Mittwoch zu Krisengesprächen in Teheran ein. Teheran ist wie Moskau Verbündeter des syrischen Regimes von Machthaber Baschar al-Assad.