Finanzierung

Beauftragter für Missbrauchsopfer drängt Bundesländer

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat die Bundesländer aufgerufen, ihren Beitrag zur Einrichtung eines Hilfsfonds für Opfer von Kindesmissbrauch zu leisten.

- "Meine Hoffnung ist es, dass die Länder noch vor der Sommerpause ihre 50 Millionen Euro zur Verfügung stellen", sagte Rörig am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung seiner Halbjahresbilanz.

Rörig war der ehemaligen Bundesfamilienministerin Christine Bergmann (SPD) im Dezember im Amt des Missbrauchsbeauftragten gefolgt. Die Einrichtung des Hilfsfonds war ein Ergebnis der Arbeit des Runden Tisches zu sexuellem Kindesmissbrauch.

Laut Rörig haben die Länder bisher keine konkreten Zusagen gemacht, weil noch kein Konzept für die Clearingstelle vorlag. Diese Stelle soll darüber entscheiden, welche Therapien, Beratungen und Behandlungen finanziert werden. Inzwischen liege ein Konzept vor, sodass für die Länder eine "Entscheidungsgrundlage" für eine finanzielle Beteiligung vorhanden sei. Die Bundesregierung will Kinder konsequenter vor sexueller Gewalt schützen. Dazu sollten Kitas, Heime, Internate, Kinderkliniken, Schulen, kirchliche Gemeinden sowie Jugend- und Sportverbände nach der Anwendung von Schutzkonzepten befragt werden, so Rörig. Ziel sei, "ein gesellschaftliches Bündnis gegen sexuelle Gewalt" zu erreichen, sagte er.