Wahlen

Riexinger und Kipping führen zerstrittene Linke

Der baden-württembergische Linke-Chef Bernd Riexinger und die sächsische Bundestagsabgeordnete Katja Kipping sind die neue Doppelspitze der Bundespartei.

- Der 56 Jahre alte Vertreter des linken Gewerkschaftsflügels um Oskar Lafontaine setzte sich am Samstagabend bei dem Parteitag in Göttingen in einer Kampfabstimmung um den Vorsitz gegen den ostdeutschen Reformer Dietmar Bartsch durch.

Für Riexinger stimmten 297 Delegierte (rund 53 Prozent), für Bartsch 251 (rund 45 Prozent). In der vorausgehenden Abstimmung über den weiblichen Teil der Doppelspitze hatte Kipping mit 67,1 Prozent der gültigen Stimmen gegen die Hamburger Fraktionschefin Dora Heyenn gewonnen. Kurz nach der Wahl von Kipping hatte die stellvertretende Linke-Chefin Sahra Wagenknecht ihren Verzicht auf eine Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt.

Riexinger bedankte sich bei den Delegierten für die Wahl. Er sagte: "Ich bin überzeugt: Wir werden eine gemeinsame Linke weiterentwickeln, und wir werden wieder auf die Erfolgsspur zurückkommen."

Angesichts des wochenlangen Machtkampfs hatten vor der Abstimmung führende Linke-Politiker die Partei vor einer Selbstzerstörung gewarnt. Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi rief die Delegierten auf, eine Führung zu wählen, in der sich die unterschiedlichen Flügel wiederfinden. Gelinge dies nicht, sei es besser, sich fair zu trennen. Auch Linke-Gründungsvater Lafontaine mahnte eindringlich, die internen Richtungskämpfe zu beenden.